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Drei Tage vor Weihnachten, köstlich riecht es nach frisch gebackenen Keksen im Haus. Die Kinder werden durch den verführerischen Duft in die leere Küche gelockt, im Sinn, heimlich einen frischen Keks zu stibitzen. Doch plötzlich ein Schrei vom kleinen Philipp:“Wah!! Da sitzt ein große Fliege auf meinen Keksen!“ Seine große Schwester verdreht die Augen: „Erstens sind das nicht DEINE Kekse, sondern UNSERE Kekse. Und zweitens ist das keine Fliege, sondern ein Schmetterling….Mama, da ist ein Schmetterling in unserer Küche!“ Mama steckt den Kopf um die Ecke: „Im Winter?...Tatsächlich. Der ist wohl durchs offene Fenster hereingeflogen. Bei den warmen Temperaturen in den letzten Tagen kein Wunder, wenn sogar die Schmetterlinge glauben, dass schon Frühling ist.“ „Sofort verscheuchen, rausjagen!“, meint Philipp! Man wirft nicht kurz vor Weihnachten jemanden aus dem Haus. Im Wetterbericht hat es geheißen, dass es zu Weihnachten kalt wird und endlich schneit. Da hat ein Schmetterling draußen nichts zu suchen. Denk doch daran, was wir in der Schule gelernt haben: Josef, Maria, Herbergssuche…“, meint seine Schwester. Philipp neigt den Kopf und überlegt: „Heißt das, der Schmetterling ist auch auf Herbergssuche?“ „Möglich, „wirft Mama ein: “Auf jeden Fall soll er einfach hier im Haus bleiben. Wenn er wirklich raus will, wird er einen Weg finden, so oft wie ihr die Haustüre offen stehen lasst.“ Und so kam es, dass drei Tage später nicht nur Kugeln und Lametta den Weihnachtsbaum schmückten, sondern auch ein bunter Schmetterling, der sich bis auf den Baumspitz hochgekämpft hatte und von dort aus die Weihnachtsfeierlichkeiten im Auge behielt. Einige Zeit sah man ihn noch durchs Haus flattern und an den zuckrigen Keksbröseln naschen. Irgendwann war der Schmetterling dann weg, aber die Kinder haben später erzählt, dass sie ihn ab Frühling immer wieder im Garten getroffen haben, jedes Mal auf einer anderen Blume sitzend.