Wenn die Winternacht über Wels hereinbricht und die ersten Sterne am Himmel funkeln, macht sich ein kleines Mädchen auf den Weg. Es besitzt nicht viel, doch sein Herz ist voller Güte. Als es einem hungrigen Menschen begegnete, schenkte es ihm sein letztes Brot. Einem anderen gab es seine Kleidung. Immer wieder begegnet es Menschen, die Hilfe brauchen und immer wieder schenkt es, was es selbst besitzt. In dem Moment, als sie selbst nichts mehr hatte, geschieht etwas Wunderbares.
Über dem Mädchen beginnen plötzlich die Sterne des Gebäudes noch heller zu leuchten. Ein Stern nach dem anderen löst sich und fällt zur Erde. Sie verwandeln sich in funkelnde Taler und beschenken das Mädchen für seine Güte und sein großes Herz.
Seither ist der Stern eng mit dem Gebäude verbunden und die ansässige Sternapotheke hat bis zum heutigen Tag ihren Namen und ihr Erscheinungsbild in der Bahnhofstraße. Er steht für Licht und Orientierung – für einen Wegweiser, der auch in dunklen Zeiten den richtigen Weg zeigen kann. Passend dazu lautet das Motto der Apotheke: „Ihre Gesundheit unter einem guten Stern.“
Seinen festen Platz in Wels hat die Sternapotheke bereits seit mehr als einem Jahrhundert. Seit 1909 leuchtet ihr Stern über ganz Wels und begleitet Generationen von Menschen – mit dem Versprechen, ihnen mit Rat, Hilfe und einem guten Wort zur Seite zu stehen. Die Apotheke blickt auf eine lange Tradition zurück. Mag. Ewald Wolfram leitete den Betrieb über 41 Jahre lang, bevor er die Leitung 2018 an seine Tochter Veronique übergab.
Das Sterntaler-Mädchen beginnt zu verstehen, warum die Sterne gerade hier noch heller leuchten. Denn die Sternapotheke ist ein Ort, an dem Menschen Hilfe finden, wenn sie sie brauchen. Ein Ort, an dem ein guter Rat oder die richtige Unterstützung genauso wertvoll sein kann wie ein Taler aus dem Märchen.